Technik & Küche

Lieferzonen & Mindestbestellwert clever festlegen

Kartenansicht mit eingezeichneten Lieferzonen rund um ein Restaurant

Lieferzonen und Mindestbestellwert entscheiden mit darüber, ob Ihr Lieferservice am Monatsende Gewinn oder Verlust macht. Ist die Zone zu groß, kostet jede Fahrt mehr, als die Bestellung einbringt. Ist sie zu klein, lassen Sie Umsatz liegen. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie beides realistisch festlegen — mit einer einfachen Beispielrechnung.

Warum die Lieferzone über Ihren Gewinn entscheidet

Jede Lieferung kostet Zeit, Kraftstoff und Personal — unabhängig davon, ob die Bestellung 12 € oder 40 € wert ist. Je weiter die Fahrt, desto weniger Lieferungen schafft ein Fahrer pro Stunde. Eine zu großzügige Lieferzone wirkt kundenfreundlich, drückt aber leise auf die Marge, wenn die Kalkulation dahinter fehlt.

Gleichzeitig lässt eine zu eng gezogene Zone bares Geld liegen: Gäste, die eigentlich gerne bestellen würden, finden Ihr Restaurant online gar nicht erst in ihrer Auswahl. Die Kunst liegt darin, Reichweite und Wirtschaftlichkeit in Einklang zu bringen — nicht die größtmögliche Fläche zu beliefern, sondern die profitabelste.

Radius, Polygon oder Postleitzahl — welche Zonen-Art passt

Bestelltheke bietet drei Wege, eine Lieferzone festzulegen:

  • Radius: ein Kreis um Ihren Standort, schnell eingerichtet, ideal für den Start
  • Polygon: eine frei gezeichnete Fläche, die reale Grenzen wie Flüsse, Bahngleise oder Autobahnen berücksichtigt
  • Postleitzahl: Zustellung nach ganzen PLZ-Gebieten, einfach zu kommunizieren und leicht verständlich für Gäste

Viele Betriebe kombinieren mehrere Zonen: eine enge Kernzone mit niedrigem Mindestbestellwert und günstiger Liefergebühr, eine weitere Randzone mit höherem Mindestbestellwert. Wie sich das technisch einrichten lässt, zeigt der Ratgeber eigenes Online-Bestellsystem fürs Restaurant.

Mindestbestellwert realistisch kalkulieren

Eine einfache Beispielrechnung für eine Lieferung in 10 Minuten Entfernung: Fahrzeit hin und zurück etwa 20 Minuten, dazu Kraftstoff und ein Anteil der Personalkosten — zusammen schnell 4 bis 6 € pro Fahrt. Liegt Ihr durchschnittlicher Wareneinsatz bei 30 %, muss die Bestellung mindestens so hoch sein, dass nach Abzug von Wareneinsatz und Fahrtkosten noch ein Deckungsbeitrag übrig bleibt. In der Praxis setzen viele Betriebe den Mindestbestellwert deshalb zwischen 12 € und 20 €, je nach Entfernung und Fahrzeugkosten.

ZoneEntfernungMindestbestellwertLiefergebühr
Kernzonebis 3 km12 €1,50 €
Mittelzone3–6 km16 €2,50 €
Randzone6–9 km20 €3,50 €

Liefergebühr je Zone staffeln

Eine gestaffelte Liefergebühr gleicht aus, was der Mindestbestellwert allein nicht schafft. In der Randzone zahlt der Gast etwas mehr für die Lieferung, dafür bleibt der Mindestbestellwert überschaubar. So bleiben auch entferntere Gäste ansprechbar, ohne dass jede Fahrt zum Verlustgeschäft wird.

Prüfen Sie die Zahlen nach den ersten Wochen noch einmal: Wie viele Bestellungen kommen aus welcher Zone, wie oft liegt der Bestellwert knapp über dem Minimum? Diese Auswertung zeigt schnell, ob eine Zone zu großzügig oder zu eng geschnitten ist, und lässt sich im Bestelltheke-Konto jederzeit anpassen, ohne die Website neu aufzusetzen.

Abholung ohne Mindestbestellwert als Ergänzung

Für die Abholung entfallen Fahrtkosten komplett — hier lohnt sich ein Angebot ganz ohne Mindestbestellwert. Das erschließt zusätzliche kleine Bestellungen, die für eine Lieferung nicht wirtschaftlich wären, und entlastet gleichzeitig Ihre Lieferzone in Stoßzeiten. Gerade Gäste außerhalb der Lieferzone bestellen so trotzdem online vor, statt spontan woanders hinzugehen.

Kurz gesagt Legen Sie Mindestbestellwert und Liefergebühr je Zone so fest, dass jede Fahrt nach Wareneinsatz und Fahrtkosten noch etwas einbringt. Abholung ohne Minimum füllt die Lücke für kleine Bestellungen.

Praxisbeispiel: So setzt eine Pizzeria es um

Eine Pizzeria mit einem Fahrer richtet meist drei Zonen ein: eine Kernzone rund ums Lokal mit niedrigem Mindestbestellwert, eine Mittelzone mit moderat höherem Wert und eine Randzone, die nur an ruhigeren Tagen beliefert wird. Der Küchen-Monitor zeigt dabei sofort an, in welche Zone eine Bestellung geht — praktisch, um die Route grob zu planen. Mehr zur passenden Küchentechnik lesen Sie im Ratgeber Küchen-Monitor & Bondrucker, mehr zum Konfigurator im Ratgeber Online-Bestellsystem für die Pizzeria. Wie sich Zonen im Bestelltheke-Konto konkret einrichten lassen, zeigt unsere Live-Demo.

Ein Asia-Imbiss mit zwei Fahrern kalkuliert oft anders: kleinere Portionsgrößen bedeuten niedrigere Durchschnittsbons, weshalb hier ein etwas höherer Mindestbestellwert in der Randzone sinnvoll ist, damit sich die längere Fahrt trotzdem lohnt. Das zeigt: Es gibt keine pauschale Zahl, die für jede Küche passt — nur die eigene Kalkulation zählt.

Häufige Fragen

Wie groß sollte meine Lieferzone sein?

So groß, wie Sie in etwa 20 bis 30 Minuten zuverlässig liefern können. Größere Zonen bedeuten längere Fahrzeiten, kalte Speisen und höhere Kosten pro Lieferung — das lohnt sich nur mit ausreichendem Mindestbestellwert.

Darf ich in verschiedenen Zonen unterschiedliche Preise verlangen?

Ja. Sie können je Zone eigene Liefergebühren und Mindestbestellwerte festlegen — üblich ist, dass die Gebühr mit der Entfernung steigt und der Mindestbestellwert in Randzonen etwas höher liegt.

Wie berechne ich einen sinnvollen Mindestbestellwert?

Rechnen Sie Fahrzeit, Kraftstoff und einen fairen Anteil Personalkosten zusammen und setzen Sie den Mindestbestellwert so, dass davon nach Wareneinsatz noch etwas übrig bleibt. Ein Rechenbeispiel finden Sie weiter oben im Artikel.

Lohnt sich eine Zone per Radius oder lieber per Postleitzahl?

Ein Radius ist schnell eingerichtet, folgt aber nicht immer echten Straßen. Postleitzahlen oder ein frei gezeichnetes Polygon bilden reale Gegebenheiten wie Flüsse oder Autobahnen oft genauer ab.

Sollte ich auch ohne Mindestbestellwert anbieten?

Für die Abholung ja — hier entfallen Fahrtkosten, ein Mindestbestellwert ist also nicht nötig. Für die Lieferung ist ein Mindestbestellwert dagegen sinnvoll, damit jede Fahrt sich rechnet.

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