Kosten & Provision

Eigene Bestell-Website vs. Lieferando: Was lohnt sich?

Waage symbolisiert Vergleich zwischen Lieferando und eigener Bestell-Website

Die Frage eigene Bestell-Website vs. Lieferando stellt sich fast jedem Restaurant, jeder Pizzeria und jedem Imbiss irgendwann. Beide Wege haben ihre Berechtigung — die Antwort hängt davon ab, was Sie gerade am meisten brauchen: mehr Reichweite oder spürbar niedrigere Kosten je Bestellung. Dieser Artikel vergleicht beide Modelle ehrlich, mit konkreten Zahlen, Vor- und Nachteilen.

Die Entscheidung betrifft nicht nur Pizzerien. Auch Asia-Restaurants, Döner-Imbisse, Sushi-Lieferdienste und klassische Restaurants stehen vor derselben Grundfrage: Wie viel Provision ist ein fairer Preis für Reichweite, und ab wann lohnt sich ein eigener, günstigerer Kanal? Die folgenden Abschnitte liefern die Zahlen und Argumente für eine fundierte Entscheidung, unabhängig davon, welche Küche Sie führen.

Die zwei Modelle im Überblick

Lieferando ist ein Marktplatz: Gäste finden Sie über die App, bestellen dort, und Sie zahlen dafür eine Provision zwischen 13 % (Eigenlieferung) und 30 % (mit Zusatzpaketen) — eine ausführliche Aufschlüsselung dieser Kosten liefert der Artikel Lieferando-Gebühren 2026 im Detail. Eine eigene Bestell-Website dagegen läuft unter Ihrer Domain oder Subdomain, mit Ihrer eigenen Speisekarte und Ihrem eigenen Auftritt. Gäste bestellen direkt bei Ihnen, ohne Umweg über einen Marktplatz und ohne dass ein Dritter an jeder Bestellung mitverdient. Beide Modelle lassen sich technisch parallel betreiben — es ist keine Entweder-oder-Entscheidung im strengen Sinn, sondern eher eine Frage der Gewichtung.

Kostenvergleich: Was bleibt wirklich übrig

Nehmen wir eine Pizzeria mit 180 Bestellungen im Monat, Durchschnittsbon 26 €. Das ergibt 4.680 € Umsatz.

KanalKostenmodellKosten/Monat
Lieferando (Eigenlieferung)13 %608 €
Lieferando (mit Zusatzpaketen)bis 30 %bis 1.404 €
Bestelltheke Start5 % (Deckel 399 €)234 €
Bestelltheke Komplett7 % (Deckel 499 €)328 €
Bestelltheke Flatab 249 €, 0 % Provisionab 249 €

Schon bei diesem mittleren Bestellvolumen liegt die Differenz zwischen Lieferando und einer eigenen Bestell-Website bei mehreren hundert Euro im Monat — Geld, das direkt in Personal, Zutaten oder Marketing fließen könnte. Bei deutlich höherem Volumen wächst der Unterschied weiter, weil die Bestelltheke-Tarife gedeckelt sind, die Lieferando-Provision aber linear mit jeder Bestellung mitwächst. Ein Betrieb mit 400 Bestellungen im Monat zahlt bei Lieferando doppelt so viel wie bei 200 — bei Bestelltheke ändert sich oberhalb des Deckels dagegen nichts mehr an der monatlichen Kostenobergrenze, egal wie stark das Bestellvolumen weiter wächst.

Kurz gesagt Lieferando kostet pro Bestellung mehr, je mehr Sie verkaufen. Eine eigene Bestell-Website mit Deckel oder Flatrate wird pro Bestellung günstiger, je mehr Sie über sie abwickeln.

Reichweite vs. Kundenbindung

Der große Vorteil von Lieferando ist Reichweite: Millionen Nutzer suchen dort aktiv nach Restaurants in ihrer Nähe. Für neue Gäste, die Sie sonst nie erreicht hätten, ist die Provision ein vertretbarer Preis für den ersten Kontakt. Der Nachteil: Auch Stammkunden, die ohnehin wiederkommen würden, zahlen Sie die gleiche hohe Provision — ohne zusätzlichen Nutzen für diese Gäste. Eine eigene Bestell-Website kehrt dieses Verhältnis um. Sie eignet sich hervorragend für Gäste, die Sie bereits kennen und die Sie direkt ansprechen können, etwa über Gutscheine oder eine Erinnerung nach dem letzten Besuch. Über die Zeit verschiebt sich damit das Verhältnis: Neukunden kommen weiterhin über den Marktplatz, Stammkunden bestellen zunehmend direkt — und genau dort sinkt Ihre durchschnittliche Kostenquote am stärksten. Wie Sie gezielt mehr Stammkunden über die eigene Website aufbauen, erklärt der Artikel Mehr Stammkunden: Warum die eigene Bestell-Website Gold wert ist.

Kontrolle, Design und Kundendaten

Bei Lieferando ist Ihr Auftritt eingebettet in das Design und die Regeln der Plattform. Eine eigene Bestell-Website gehört dagegen vollständig Ihnen: Sie bestimmen Design, Speisekarte und Kommunikation, und Sie besitzen die Kundendaten selbst — inklusive Adressen im Kundenkonto und Bestellhistorie. Das erlaubt gezieltere Aktionen, etwa Gutscheine für bestimmte Stammkunden-Gruppen oder eine persönlichere Ansprache, als es ein anonymer Marktplatz je könnte. Im Gegenzug übernehmen Sie auch die Verantwortung für Rechtstexte, Datenschutz und die korrekte technische Umsetzung nach deutschem Recht — bei einem guten Bestellsystem ist das aber bereits mitgedacht, inklusive Button-Lösung, Impressum, Datenschutzerklärung und AGB. Sie müssen diese Bausteine also nicht selbst entwickeln, sondern nur mit Ihren eigenen Daten füllen.

Wann lohnt sich was?

Ein neu eröffneter Betrieb ohne Stammkundschaft profitiert zunächst stärker von der Reichweite eines Marktplatzes — hier zählt jede Sichtbarkeit, auch wenn sie Provision kostet. Ein etablierter Betrieb mit treuen Gästen gewinnt dagegen am meisten durch den Umstieg auf einen günstigeren eigenen Kanal, weil dort bereits ein großer Teil des Umsatzes planbar und wiederkehrend ist und sich die Ersparnis sofort in barer Münze bemerkbar macht. Die meisten Betriebe bewegen sich zwischen diesen beiden Extremen und profitieren von einer Mischung aus beidem. Eine einfache Faustregel: Je höher der Anteil an Gästen, die schon einmal bei Ihnen bestellt haben, desto schneller und deutlicher rechnet sich der Umstieg auf einen eigenen Kanal mit niedrigerer Provision.

Die Kombi-Lösung als Praxisempfehlung

In der Praxis schließen sich beide Wege nicht aus. Viele erfolgreiche Betriebe nutzen Lieferando weiterhin für Sichtbarkeit und Neukunden, verschieben aber gezielt Stammkunden auf die eigene Bestell-Website. So sinkt die durchschnittliche Provisionslast über alle Bestellungen, ohne dass auf Reichweite verzichtet werden muss. Ein einfacher Hinweis auf der Verpackung, der Rechnung oder im Google-Unternehmensprofil genügt oft, um Gäste auf den zweiten, günstigeren Kanal aufmerksam zu machen — ganz ohne zusätzliches Werbebudget. Die technischen Grundlagen eines eigenen Systems — Konfigurator, Lieferzonen, Zahlungsarten, Rechtstexte — beschreibt der Artikel Eigenes Online-Bestellsystem fürs Restaurant: der komplette Ratgeber im Detail. Der Umstieg selbst muss dabei kein großes Projekt sein: Die Einrichtung dauert oft nur wenige Tage, und Sie können parallel zu Lieferando starten, ohne bestehende Prozesse über den Haufen zu werfen. Wer selbst rechnen möchte, findet alle Tarife unter Preise oder startet direkt mit der Registrierung.

Häufige Fragen

Ist eine eigene Bestell-Website wirklich günstiger als Lieferando?

Ja, in der Regel deutlich. Bestelltheke verlangt ab 5 % je Bestellung (Deckel 399 €/Monat) statt der 13–30 % bei Lieferando. Details dazu im Artikel Lieferando-Gebühren im Detail.

Verliere ich Reichweite, wenn ich auf eine eigene Website setze?

Nur, wenn Sie Lieferando komplett abschalten. Die meisten Betriebe nutzen beide Kanäle parallel: Lieferando für Neukunden, die eigene Website für Stammkunden.

Wie gewinne ich Stammkunden für die eigene Website?

Über Hinweise auf der Rechnung, Gutscheine für Direktbestellungen und einen Link im Google-Profil. Mehr Ideen liefert der Artikel Mehr Stammkunden: Warum die eigene Bestell-Website Gold wert ist.

Brauche ich technisches Wissen für eine eigene Bestell-Website?

Nein. Ein fertiges System wie Bestelltheke übernimmt Technik, Zahlungsanbindung und Rechtstexte — Sie pflegen nur Speisekarte, Preise und Lieferzonen.

Was ist der schnellste erste Schritt?

Speisekarte digitalisieren und Lieferzonen festlegen. Alle Tarife finden Sie unter Preise, gestartet wird über die Registrierung.

Weniger Provision, eigene Marke.

Richten Sie Ihr eigenes Bestellsystem ein — ab 5 % je Bestellung, mit Deckel, ohne Grundgebühr.